Ein Volk, eine Bestimmung

Inhalt

Die Protoss-Heimatwelt Aiur, viele Monate nach der finalen Befreiungs-Schlacht gegen den tödlichen Würgegriff des abtrünnigen Xel’Naga Amon. Der Wiederaufbau der einst glanzvollen Zivilisation der Protoss war im vollen Gange, und doch durchwucherten die zugefügten Kriegswunden das Volk noch immer wie eine üble, schwärende Krankheit.

Am schlimmsten erschien das Fehlen der Khala, das kollektive Neuralnetzwerk, das alle Protoss, bis auf die Dunklen Templer, auf psionischen Weg miteinander verbunden hatte. War die Khala eine von dem Dunklen Gott Amon künstlich erschaffene Komponente und somit im Grunde nur eine getarnte Fessel, repräsentierte das Neuralnetzwerk das A und O unter den Aiur-Protoss.

Die Nervenstränge der Protoss sehen aus wie lange Haarzöpfe, sind aber lange Körperteile aus Gewebe, mit deren Hilfe die Protoss untereinander telepathisch Kontakt knüpfen können und somit Zugriff auf die Khala, das Neuronalnetzwerk, erhalten.
Exekutorin Selendis führt die Ermittlungen an.

Ihr Fehlen ließ die Protoss als Individuen zurück, ihr kollektives Bewusstsein, mit dem sie Jahrtausende gelebt hatten, war für immer verloren. Selbst Exekutorin Selendis haderte mit dem Verlust der Khala, musste sich täglich dem Kampf in ihrem Geist stellen, dass sie nun auf sich allein gestellt war und Worte nur eine sehr beschränkte Form der Kommunikation waren.

In der neuen Hauptstadt Aldera kam es im Viertel der Khalai, die ehemalige Arbeiterkaste (das Kastensystem hatte Hierarch Artanis abgeschafft), zu einem rätselhaften Todesfall. Der Protoss Eranis wurde tot aufgefunden, mit Verletzungen an seinem abgetrennten Nervensträngen. Jene Stränge, durch welche die Protoss die Khala erspüren konnten.

Der Phasenschmied Karax findet Erschreckendes heraus.

Selendis begann die Untersuchungen in diesem Todesfall, bei dem Mord nicht ausgeschlossen war. Sie erstattete Hierarch Artanis anschließend Bericht, woraufhin der Phasenschmied Karax und der Richter Talandar, der aus der Persönlichkeit von Fenix bestand, sich dem Untersuchungsausschuss ebenfalls anschlossen.

Der Verlauf der Ermittlungen nahm unvermittelt weiter Fahrt auf, als auch ein zweiter Todesfall mit der weiblichen Protoss Therun geschah. Mithilfe der gewieften Dunklen Templerin Nerath bemühten sich die Beteiligten, die Hintergründe zu den Todesfällen aufzuklären.

Doch dies brachte unangenehme Wahrheiten ans Tageslicht: unter den Protoss hatte sich Trübsinn und Gleichgültigkeit breitgemacht. Das Fehlen der Khala hatte einen größeren Wundschmerz erzeugt, als es eine physische Verletzung jemals hätte verursachen können.

Noch wussten weder Selendis noch ihre Verbündeten, dass genau dieser Umstand der Katalysator für den Grund der Todesfälle war. Bei der Aufdeckung der Wahrheit kommt es zur Enthüllung finsterer Machenschaften im Hintergrund, die aus den eigenen Reihen kommen und daher nicht minder gefährlich sind.

Rezension

Zum 10-jährigen Jubiläum erschienen im Jahre 2020 drei Kurzgeschichten wie das Werk „Ein Volk – eine Bestimmung“. Rund 5 Jahre nach dem Abschluss der Trilogie von StarCraft II, dockt diese Kurzgeschichte an das Ende von Legacy of the Void an. Zwar wird nicht genau gesagt, wieviel Zeit seit Kriegsende vergangen ist, es müssen aber schätzungsweise 1-3 Jahre sein.

Beginnt die Geschichte etwas plump, entfaltet sie sich nach kurzer Zeit zu einer höchst interessanten Erzählung der zweifellos schwierigen Folgezeit nach der Wiedereroberung von Aiur. Die Protoss sind wieder vereint, aber dennoch sehr gezeichnet und vor allem auf subtile Art gespalten. Das Fehlen der Khala, die Unterschiede der Kulturen, das und mehr erzeugt Reibungspunkte, die gären.

Gerade in der Schilderung der Ereignisse, denen zwei Todesfälle zugrunde liegen, treten immer wieder die besagten Themen in den Vordergrund. Eingepackt ist all dies in eine Abhandlung, wie sie aus einer Folge Akte X hätte entstammen können. Dem roten Faden der Ermittlungen folgend, stoßen die Akteure immer wieder auf hintergründige Fakten und Problematiken.

Dass dies natürlich die Fantasie und das Verständnis des Lesers beflügeln, steht außer Frage. Gekonnt verknüpfen die Autoren ihrer schriftliches Werk mit dem Flair der Protosskampagne von StarCraft II. Denn gerade in den Äußerungen und der Sprachweise lassen sich die typischen Merkmale der Protagonisten aus Legacy of the Void wiedererkennen.

Die verantwortlichen Autoren haben somit rund 5 Jahre nach dem Ende der StarCraft II Trilogie einen guten Job gemacht. Leider gilt dies nicht für die Umsetzung und Präsentation der pdf-Datei, bei welcher wieder geschlampt wurde, dass die Heide wackelt. Bei näherer Betrachtung sieht es aus, als ob man den rohen Text per Copy/Paste einfach in eine Textdatei geklatscht und in eine pdf reingeschossen hat.

Liebloser geht es kaum, und wer immer dafür verantwortlich ist, sollte sich gehörig schämen. Der Kreis der Verdächtigen liegt klar in der europäischen Abteilung von Blizzard Entertainment. Es ist dabei schon mehr als ulkig, dass für die Übersetzung einer Kurzgeschichte eine Firma aus Berlin mit dem Namen Altagram GmbH engagiert wurde.

Die Qualität der Übersetzung ist dadurch zwar einwandfrei, die Erstellung der pdf-Datei aber wie gesagt nicht. Es ist unwahrscheinlich, dass die Datei von der Altagram GmbH selbst erstellt wurde, falls doch, dann können die Verantwortlichen auf soviel Gleichgültigkeit am Produkt für den Kunden stolz sein.

Es ist aber eher wahrscheinlicher, dass unmotivierte europäische Mitarbeiter von Blizzard Entertainment den übersetzten Text von der Altagram GmbH erhielten und anschließend mit dem Gipfel der Lieblosigkeit in eine pdf geworfen haben. Verpixelte Bildgebung, weil komprimierte jpg-Datei; keine vernünftige Formatierung des Impressums; keine Herausstellung der Überschrift und selbst kleinere Grammatikfehler (vergessene Zeichensetzung) tauchen auf. Einfach nur peinlich!

Fazit

Aufgrund der genannten Mängel, die als erheblich betrachtet werden, wurde auch diese Kurzgeschichte von Grund auf neu erstellt. Mit neuem Titelbild, neuem Design und angemessener Präsentation für bessere Lesbarkeit. Somit ist sichergestellt, dass diese eigentlich sehr gute Kurzgeschichte ihren verdienten Platz einnehmen kann. Denn alle Fans, die StarCraft II: Legacy of the Void durchgespielt haben, sollten sich Ein Volk – Eine Bestimmung unbedingt herunterladen und durchlesen. Denn sie gibt tatsächlich Einblick in das Leben der Protoss auf Aiur viele Monate nach der infernalischen Schlacht gegen ihren bis dato schlimmsten Widersacher Amon. Ausdrückliche Leseempfehlung!


Ein Volk, eine Bestimmung

  • Autoren: Alex Acks / Chloe Fraboni
  • Übersetzung: Altagram GmbH
  • Erscheinungsjahr: 2020
  • Neuausgabe: 2025

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