Das wilde Tal

Inhalt

Die Nebel hatten sich gelichtet, der bislang unbekannte Kontinent Pandaria war endlich aus seiner jahrhundertelangen Verborgenheit hervorgetreten. Nachdem sowohl Horde als auch Allianz auf dem fremden Land eintrafen, war der alte Konflikt zwischen den beiden Fraktionen wieder aufgeflammt. In diesen stürmischen Zeiten waren der Draenei-Paladin Maraad und eine Nachtelfe Lyalia im Tal der Vier Winde unterwegs. Sie hielten einen Gefangenen bei sich, einen Orc der in Ketten gelegt war.

Maraad und Lyalia gehörten zur Allianz. Sie planten den Gefangenen zur Löwenwachtfestung in der Krasarangwildnis zu bringen. Doch der Orc verspottete sie nur. Die meiste Zeit über war er schweigsam und belauerte seine Peiniger. Wenn er jedoch das Wort ergriff, verhöhnte er sie und kündete ihren baldigen Tod an. Maraad und Lyalia ahnten, dass sie auf der Hut sein mussten. Es war nicht klar, zu wem der Orc gehörte oder ob seine Verbündeten auf der Suche nach ihm waren.

Zur selben Zeit reisten der Bauer Haohan Lehmkrall mit seinem Landarbeiter, dem Ho-zen Mung’Mung, mit einem Wagenkarren durch das Tal der Vier Winde. Sie waren auf dem Weg zum Lehmkrall-Anwesen, als sie die Anwesenheit von Shed-Ling entdeckten. Diese kleinen Nager, stets verrückt nach Karotten, schienen eine kleine Gruppe von Reisenden zu belästigen. Haohan und Mung’Mung versuchten den Fremden zu helfen.

Es gelang und zu Haohans Überraschung entpuppten sich die Fremden als ein Draenei und eine Nachtelfe der Allianz. Der gefangene Orc hingegen, den sie bei sich hatten, schien der Feind allen Lebens zu sein. Als die neu gebildete Gruppe bei Lehmkralls Anwesen eintraf, ahnten sie noch nicht, dass tatsächlich eine weitere Gruppe von Orcs ihnen bereits auf den Fersen war und sie schon bald einholen würde.

Doch niemand der fremden Völker, weder Draenei, noch Nachtelfen oder Orcs, ahnte um die rustikale Wildheit, die für das Land Pandaria typisch ist. Das Tal der Vier Winde mag malerisch aussehen, aber es ist ein Ort voller Leben und Gefahren, die unwissende Reisende schnell in große Schwierigkeiten bringen kann.

Rezension

Ähnlich wie Matt Burns ist auch der Autor Robert Brooks ein ausgezeichneter Erzähler, was in der Kurzgeschichte Das wilde Tal wieder zweifellos unter Beweis gestellt wird. Das Werk ist recht stattlich und kommt auf rund 55 Seiten. Dank Brooks gewählten Dialogstil versinkt der Leser sofort ins Geschehen. Mehr noch, es werden mehrere und sogar höchst originelle Blickwinkel wiedergegeben.

So wechseln diese bei jeweiligen Ereignissen stets zwischen den einzelnen Protagonisten hin und her, was die Spannung und die individuelle Sichtweisen extrem stark fokussiert. Nicht nur aus Sicht des Draenei und der Nachtelfe wird erzählt, auch aus Sicht des gefangenen Orc Mashok oder seiner Handlanger von orcischen Dunkelschamanen. Auch der Standpunkt des neutralen Erzählers kommt nicht zu kurz, wenn es erforderlich ist.

Zudem entführt die Geschichte sogar in den Blickwinkel eines Shed-Ling-Rudels. Das ist neben den ohnehin schon lustigen Gebrabbel des Ho-zen Mung’Mung ein absolutes Highlight, dass der Schilderung einen weiteren ulkigen Touch gibt. Dennoch ist die Storyline düster, denn die Orcs sind Kor’kron, die Elitetruppen von Garrosh Hellscream. Und diese machen in der Regel keine Gefangenen.

Brooks gewählter Dialogstil ist wie bereits gesagt sehr passend, aber auch beanspruchend für die Seitenanzahl. So enthalten manche Seiten nur ein paar Dialogzeilen, was aber nicht schlimm ist, denn dadurch wird die Geschwindigkeit des Leseflusses extrem vorangetrieben. Action und Tempo sind somit quasi omnipräsent.

Fazit

Es gibt ansonsten kaum etwas zu bemängeln, die Geschichte wird wie aus einem Guss wiedergegeben. Robert Brooks hebt seine Leser mühelos durch seine umfangreiche Erzählung hindurch und liefert auf den über 50 Seiten ein großartig angelegtes Werk. Das wilde Tal bezieht sich natürlich auf das Tal der Vier Winde, was eigentlich ein riesiger Kornspeicher auf Pandaria ist. Aber das Tal ist gleichzeitig eben auch viel mehr als das und nach der Lektüre dieser Kurzgeschichte wird dies auch eindrucksvoll untermauert.


Das wilde Tal

  • Autor: Robert Brooks
  • Artwork: Alex Forley
  • Erscheinungsjahr: Juni 2013

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