Das Heilige Land – Teil 3

Inhalt

Der finale Teil der Trilogie startet mitten im Chaos des koordinierten Gegenangriffs auf Bel’Shir. Der terranische Ghost (bezeichnet als „Diener“) hat sich heimlich in eine Scharfschützenposition auf einem feindlichen Außenposten der Tal’darim begeben. Geleitet von Stetmanns telepathischen Befehlen eliminiert er den feindlichen Anführer per Kopfschuss durch ein Panoramafenster. Obwohl der Plan vorsah, auf Stetmanns Signal zu warten, zündet der Ghost die improvisierte Schrott-Sprengladung zu früh, was die Tal’darim-Basis in einer gewaltigen Explosion erschüttert.

Egon Stetmann ist nicht mehr der unsichere, linkische Nerd im Labor der Hyperion. Er ist durch und durch ein brillanter Wissenschaftler, dessen Leistungen für den gesamten Sektor von entscheidender Bedeutung sein könnten.

Trotz des verpatzten Timings überrennen Stetmanns modifizierte Mecha-Zerg und sein kolossaler Roboter „Super-Gary“ die verbliebenen Protoss-Truppen vollständig. Während die Pilotin Captain Niemi und ihr Co-Pilot Fähnrich Wallace das reparierte Rettungsschiff startklar machen, nutzt der Ghost-Agent die Ablenkung des Siegesrausches aus. Er schleicht sich an den triumphierenden, von Terrazin berauschten Wissenschaftler heran und injiziert ihm hinterrücks ein starkes Beruhigungsmittel. Stetmann bricht schlafend zusammen. Vor dem Abflug stellt der Ghost-Agent den treuen Roboter Gary vor die Wahl, auf dem Planeten zu bleiben oder mitzukommen.

Gary entscheidet sich für die Treue zu seinem Schöpfer und geht ebenfalls an Bord. Das Rettungsschiff verlässt Bel’Shir erfolgreich und bereitet den Hyperraumsprung in terranisches Territorium vor. Während Stetmann betäubt auf der Krankenstation liegt, offenbaren die violett leuchtenden Augen des Ghost-Agenten, dass er durch den Terrazin-Konsum nun selbst im mentalen Dialog mit der Entität des Planeten steht. Er rechtfertigt die Entführung damit, dass Stetmann nun auf unzähligen anderen Welten neue Mecha-Zerg-Gemeinschaften im Namen von Bel’Shir erschaffen kann.

Rezension

„Das Heilige Land – Teil 3“ bringt die Miniserie zu einem rasanten und überraschend düsteren Abschluss. Autor Robert Brooks brennt hier ein erzählerisches Feuerwerk ab, das die Absurdität von Stetmanns Zustand auf die Spitze treibt. Die humorvollen Passagen, in denen Stetmann den Protoss fiktive, weinerliche Dialoge „in den Mund“ legt, während er sie durch das Visier des Scharfschützen beobachtet, brechen auf geniale Weise das eigentlich brutale Kampfgeschehen. Carlos Rodríguez nutzt in den Panels eine dynamische Action-Choreografie, die das enorme Zerstörungspotenzial der Mecha-Zerg visuell beeindruckend einfängt.

Die zweifellos größte und genialste Schöpfung von Egon Stetmann: die Mecha-Zerg! Auf der Hyperion hatte er die Zerg und Protoss eingehend studiert, das Ergebnis dieser Forschungen sind die mechanisierten Zerg, deren Funktionsweise durch die Stetelliten auch mit dem Grundgedanken der Protoss-Pylonen gekoppelt ist.

Lore-technisch liefert das fiese Ende eine tiefgründige Wendung für das StarCraft-Universum. Der Comic zeigt, dass Terrazin kein gewöhnliches Halluzinogen ist, sondern eine bleibende psionische Korruption hinterlässt. Indem der Ghost am Ende ebenfalls die charakteristischen, von violetten Blitzen durchzogenen Augen zeigt und im Namen des Planeten spricht, wird klar, dass der Wahnsinn von Bel’Shir ansteckend ist. Das wirft ein völlig neues Licht auf die Zeit nach dem Amon-Krieg: Die Menschheit versucht zwar, ihre Wissenschaftler zu retten, holt sich mit dem infizierten Personal und dem Terrazin-Einfluss jedoch unberechenbare psychische Gefahren direkt an Bord ihrer eigenen Flotte.

Für Co-op-Enthusiasten schließt sich hier der Kreis perfekt zur spielbaren Identität des Kommandanten Stetmann. Der Comic etabliert endgültig die Existenz von „Super-Gary“, der hier als unaufhaltsame Kampfmaschine debütiert. Die finale Feststellung des Ghost-Agenten, dass Stetmann nun auf „unzähligen Welten“ neue Mecha-Zerg-Gemeinschaften gründen wird, liefert die exakte erzählerische Rechtfertigung dafür, warum man Stetmann im Co-op-Modus auf völlig verschiedenen Planeten der Galaxis mit seiner Roboter-Armee in die Schlacht schicken kann.

Fazit

Der dritte Teil bildet einen grandiosen Schlusspunkt, der die anfängliche Comedy-Atmosphäre gekonnt in ein packendes Sci-Fi-Drama mit Horror-Elementen verwandelt. Die Transformation des namenlosen Rettungsteams von Opfern zu manipulativen Entführern ist erzählerisch brillant gelöst. Insgesamt ist die dreiteilige „Das Heilige Land“-Reihe ein absolutes Must-Read für StarCraft-Fans, das beweist, wie viel narrative Tiefe und erzählerischer Witz selbst in den vermeintlich kleinen Co-op-Hintergrundgeschichten von Blizzard Entertainment stecken.


Das Heilige Land – Teil 3

  • Autor: Robert Brooks
  • Grafik: Carlos Rodríguez
  • Übersetzung: Altagram GmbH
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • Kategorie: Webcomic

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