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Montag, der 12.02.2018

Morgenstund hat Gold im Mund, Commander! Unter diesem Motto (Astronaut Fred Randall sei Dank) bin ich schon extrem früh auf den Beinen an diesem wolkenverhangenen ersten Wochentag. Das ist an arbeitsfreien Tagen normalerweise so gar nicht meine Art, aber ab heute soll schließlich Großes vollbracht werden. Der Startschuss für die vor über 12 Stunden am Reißbrett aus der Taufe gehobenen Anniversary Campaign wird heute fallen.

Und Punkt 8 Uhr ist das System hochgefahren, der Kaffee frisch überbrüht und StarEdit geladen. Es kann losgehen! Ein kurzer Blick in den verfassten Skript verdeutlicht noch mal, dass es ab hier keinen Weg mehr zurück gibt.

„OMG!! Ich tu es wirklich. Es ist wie ein Traum. Noch einmal StarCraft. Noch einmal StarEdit! Yeehaaa!!!“

Die Staffelung der Anniversary Campaign ist identisch mit jener aus StarCraft. Das bedeutet: Terraner - Zerg - Protoss. Daher beginnt die Reise mit dem ersten Szenario für die Terraner, welches auch gleich unterstreicht, dass hier in erster Linie mit Gameplay-Elementen gearbeitet wird, die mikroskopisch fein miteinander verästelt sind.

Es muss mit einer kleinen Gruppe von Adlern das Missionsziel bewältigt werden, aber unter den Gegnern sind auch Lufteinheiten. Rettbare Raketentürme sind der Schlüssel, um den feindlichen Luftangreifern beizukommen. Das ist ein netter taktischer Aspekt, der dem leicht aussehenden ersten Szenario die passende Würze verleiht.

Trotz der schnellen Fortschritte an dem vergleichsweise simpel aufgebauten ersten Level wird die weitere Entwicklung wohl tatsächlich noch mehrere Tage in Anspruch nehmen. Ich nehme mir vor die erforderliche Zeit zu investieren und vor allem den guten StarEdit wieder in allen Belangen auf den Zahn fühlen zu können.


Samstag, der 17.02.2018

Vier Tage lang hat der erste Wurf der Anniversary Campaign gedauert, um feuerfeste Gussform zu erlangen. Höchste Zeit am heutigen Samstag zu Level 2 überzugehen. Diesmal sind die ersten Bau-Elemente mit dabei, aber aufgrund der Größe der Karte keinerlei Gegner, die von einem operierenden KI-Skript gesteuert werden. Also müssen Angriffswellen via Auslöser realisiert werden und gemessen an der Tatsache, dass keinerlei Modding in der Kampagne verwendet wird, ist das ein guter und effektiver Weg den Angriffen individuelles Profil zu verleihen. Doch wie war das nochmal genau?

Die Lösung für die geplanten Intervall-artigen Angriffe sind sogenannte "unechte Timer". Sehr wirkungsvoll und noch dazu spielkonform, denn Wartezeiten mit der "Warten"-Funktion stören die Auslöser-Mechanik in StarCraft mehr als sie ihr nützen. Mit unechten Timern hingegen ist es problemlos möglich der eigenen Basis ein angemessenes Störfeuer in den Weg zu legen, welches den restlichen Triggerbetrieb in keinster Weise beeinträchtigt.

Schon beim Verfassen des Skripts bildete sich der Ablauf und das Layout dieser zweiten Mission vor dem geistigen Auge heraus, deswegen steht sie auch viel schneller als erwartet. Grundsätzlich ist das Design von Aufbaumissionen sehr viel leichter als von Taktikmissionen (only-men). So kann ich also auch gleich morgen früh zu Mission 3 übergehen, denn die zweite Mission ist in den Abendstunden so gut wie fertig.


Sonntag, der 18.02.2018

Gestern hatte ich schon einen Wahnsinnslauf und heute setzt sich die Chose fort. Erneut dominieren Bau-Elemente das Geschehen, diesmal kombiniert mit verschachtelten Map-Design. Zuweilen lässt dieser rasche Fortschritt den Eindruck entstehen, ich mach das alles mit geschlossenen Augen. Natürlich ist das kompletter Unsinn, denn bei nahezu jeden Schritt gilt es genauestens abzuwägen und immer wieder zu hinterfragen. Warum befinden sich jene Einheiten an diesem Punkt? Welchen Zweck erfüllt das Gebäude an der Stelle? Kommt der Angriff aus dieser oder jener Richtung und wenn ja, warum? Auch Mission 3 ist in ihren Grundzügen zwar sehr simpel gestrickt, aber dennoch von der Mechanik her knifflig, wenn man bedenkt, dass nur ein sehr begrenzter Technologiebaum zur Verfügung steht.

Genau dieser Umstand ist übrigens ein Punkt, der meist immer anzuwenden ist. Der stetig wachsende Aufbau des Technologielevels. Nicht gleich alles bauen zu können mag auf den ersten Blick einschränkend wirken, ist aber sehr wirkungsvoll, wenn man darauf hin arbeitet in der nächsten Mission endlich Belagerungspanzer oder auch Goliaths bauen zu können.

Genau die starken Einheiten aus der Fabrik sind es auch, die den Unterschied ausmachen können bei der erfolgreichen Absolvierung von Mission 3. Schließlich ist Gebietsschaden immer noch der stärkste Schadenstyp in StarCraft und ein verseuchter Terraner kann den eigenen Pulk an Space Marines einem Wimpernschlag gleich in eintausend Einzelteile zersprengen. Noch ein paar Doodads platzieren und Haken machen hinter Mission 3.


Montag, der 19.02.2018

Das äußerst produktive Wochenende liegt hinter mir und ich kann kaum glauben, dass schon drei von acht Missionen der Terranerkampagne stehen. Es ist wie überall in der Kunst: Wenn der Knoten erst mal geplatzt ist, gibt es kein Halten mehr. Der Dichter oder Maler oder Bildhauer spricht in solch einem Fall davon, dass ihn die Muse geküsst hat. Beim kleinen Mapper von nebenan ist es wohl ebenso und dieser Sturm an freischaffender Kreativität soll nun in die erste Installationsmap fließen. In Mission 4 heißt das erst mal: Wieder lernen, wie das eigentlich mit den ganzen automatischen Türen funktioniert hat. Als Referenz dienen hier zum Glück die Bluts-Verwandten der Anniversary Campaign: Nämlich die Planetary Episodes und The Outworld-Saga.

Ein Blick in deren Maps genügt, um für den benötigten Aha-Effekt zu sorgen und das Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Aber selbstverständlich ganz im StarCraft-Style, denn die Türen öffnen sich nur ein einziges Mal und schließen sich nicht wieder, wenn man keine Einheiten in ihrer Nähe hat. In den Kampagne von Brood War war das nämlich so: Die Türen schlossen sich wieder, nachdem man sie passiert hatte. Dieses nette Feature erhöht aber die Anzahl an Auslösern und so gesehen ist das eigentlich auch nicht wirklich wichtig.

Das Knifflige an der Mission ist, dass man wirklich nur eine Handvoll Truppen hat, die zwar auf den ersten Blick stark wirken, sich aber erschöpfen können, wenn man nicht auf sie aufpasst. Zudem ist die Kombi entscheidend von Nah- und Fernwaffen. Verseuchte Terraner sind wie gesagt mit 500 Splash Damage (Gebietsschaden) die eindrucksvollste Waffe gegen zu nah beieinander stehende Truppenverbände.

In den nächsten Tagen ist noch etwas Mapping nötig, um das Installationslevel weiter auszuschmücken. Zudem ist es die erste 128x128, von den fünf verfügbaren Mapformaten die goldene Mitte, aber eben auch schon etwas zeitaufwendiger.


Sonntag, der 04.03.2018

Genau eine Woche ist vergangen und ich hab doch tatsächlich den ersten Kilometerstein erreicht: Alle Missionen der Terranerkampagne sind erstellt. Ich kann es noch immer nicht ganz glauben. Ich klicke mich immer wieder durch die Maps der Terranerkampagne und bin schon wieder fünfzig Schritte weiter. Gelingt es mir nämlich dieses Tempo beizubehalten, dann müsste ich Anfang April mit der Protoss-Kampagne durch sein und damit alle Maps der Anniversary Campaign fertig haben.

„Das ist aber Wunschdenken! Oder anders gesagt: Mal dir nix aus, da wird nix draus!“

Realistisch betrachtet vielleicht doch eher unwahrscheinlich, aber es schadet ja nicht zumindest ein Ziel wie ein Wegpunkt in StarCraft selbst zu setzen. Und nach dem Blitzstart kann eigentlich nur noch die offene, weite Piste in Betracht kommen. Soll heißen, Gas geben, durchstarten und immer auf der Überholspur bleiben. Was auch sonst!

Eines wird jedoch klar nach der Erstellung der Terranerkampagne: StarEdit ist wirklich wie eine dritte Hand geworden in den letzten 20 Jahren. Diese Feststellung zum zwanzigjährigen Jubiläum von StarCraft ist gleichzeitig auch wie ein unfassbar bedeutungsvolles Geschenk. Ein Geschenk, dass ich vollgepumpt mit positiv geladener Energie in den nächsten Wochen voll ausnutzen möchte.

Denn der angebrochene Monat März wird ganz im Zeichen der Zergkampagne stehen.

„Und die wird richtig Bombe! Und Klauen! Und Zähne! Und Stacheln!“

Ich werde noch in der kommenden Woche damit beginnen.

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